1949 bis 1990 DDR

1949 Die Bildung der beiden deutschen Staaten brachte die endgültige Teilung Deutschlands. Es folgten die Gründung der EWG- Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft- und der Nato als Verteidigungsbündnis des Westens. Als Reaktion darauf wurde der „Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe“ (RGW) im Osten aufgebaut. Nach dem die Sowjetunion ihren Einfluss auf die besetzten Staaten Osteuropas gefestigt hatte, kam es 1956 zur Gründung des Warschauer Paktes als Verteidigungsbündnis. Wer sich gegen wen zu verteidigen hat, war schon frühzeitig für jeden klar und der „Kalte Krieg“ begann. Ganz zum Ärger der Schwarzmarkthändler senkte die „HO“ am 24. Mai die Preise für Waren auf Bezugsschein. Bei Lebensmitteln wurde je kg gesenkt; Zucker von 33 auf 24 DM; Mehl von 14 auf 12 DM; Margarine von 110 auf 70 DM. Bei Industrieprodukten: Herrenanzüge von 330 auf 250 DM; Schuhe von230 auf 130 DM; Mädchenkleider von 145 auf 23 DM; Rundfunkempfänger von 1000 auf 400 DM. Ein Gaststättenessen sollte nicht mehr wie 10 DM kosten. Der monatliche Durchschnittslohn der Arbeiter lag bei 250-300 DM, als knapp über eine DM/ Stunde.

1950 Mit dem Marschall-Plan begann der Wiederaufbau der Wirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland (BRD), der wenige Jahre später als „Wirtschaftswunder“ in die Geschichte einging. Durch die restriktiven Maßnahmen der Stalin-Doktrin in der DDR wanderten bis März 200.000 Menschen in die BRD aus. Die Bundesregierung sah sich dem Zustrom nicht gewachsen und erschwerte mit Maßnahmen die Übersiedlung. Es verließen bis zum Mauerbau noch weitere ca. 100.000 pro Jahr das Land.

1952 war wetterseitig in Folge wieder ein sehr trockenes und politisch ein sehr heißes Jahr. Es wurde der „Beschleunigte Aufbau des Sozialismus“ mit der Erhöhung der Arbeitsnormen beschlossen. Einhergehend sollten höhere Einkommens- und Vermögensteuern, Preiserhöhung, außer für Waren des Grundbedarfs, Einsparungen in der Volkswirtschaft und Kürzungen der Sozialausgaben durchgesetzt werden. Die Länder wurden aufgelöst und Ostdeutschland in Bezirke und Kreise aufgeteilt. Mit der Gründung der MTS „Maschinen- Traktoren- Station“ sollte die Kollektivierung der Landwirtschaft weiter vorangetrieben werden und es wurden erste Genossenschaften gegründet. Das Abgabesoll der Einzelbauern wurde erhöht.

1953 Ein Höhepunkt in Riesa wurde die Enthüllung eines Denkmals auf dem heutigen Puschkinplatz für Iosseb Bessarionowitsch Dschugaschwili, besser bekannt als Josef Stalin. Mit dieser Einweihung als erstes Denkmal in der DDR, noch einen Tag vor seinem Tod am 4. März, erreichte der Stalinkult in Riesa seinen Höhepunkt.

Auch der Marktplatz in Strehla soll in „Stalinplatz“ umbenannt worden sein. Nach seinem Tod keimte die Hoffnung, dass die im vergangenen Jahr beschlossenen Maßnahmen der Normerhöhungen und Preissteigerungen gemildert oder zurückgenommen werden. Das Gegenteil war der Fall und brachte das Fass zum Überlaufen. Am 17. Juni gingen rund eine halbe Millionen Menschen in 370 Städten, auch in Riesa, auf die Straße, um gegen die Maßnahmen zu demonstrieren. In vielen Städten verhängten die sowjetischen Militärkommandanten den Ausnahmezustand und schlugen den Aufstand nieder. 55 Menschen sollen durch Besatzungstruppen oder DDR-Organe umgekommen, und mehr als 15.000 inhaftiert und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden sein. Unter vorgehaltener Hand wurde berichtet, dass auch 2 Reußner an Demonstrationen beteiligt waren.

1954/55 Die Reparationszahlungen der DDR an die Sowjetunion wurden eingestellt. Es blieb allerdings die Sicherstellung der allseitigen Versorgung der stationierten Truppen in der DDR und teilweise auch die Versorgung der Sowjetunion mit landwirtschaftlichen und technischen Produkten. Die letzten 33 Betriebe der SDAG (Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft) wurden in VEBs umgewandelt. Eine Ausnahme bildet die 1947 in Moskau gegründete SDAG-Wismut mit über 60 % sowjetischen Aktienanteil. Der Sitz wurde nach Chemnitz verlegt und der Uranabbau blieb weiter unter strenger sowjetischer Kontrolle. Die „Wismut“ war der zweitgrößte Uranproduzent der Welt und trug „zur Erhaltung des Weltfriedens“, aber auch zum atomaren Wettrüsten bei. Der Betrieb entwickelt sich zum Staat im Staate mit eigener Verwaltung, Versorgung und Gesundheitswesen. Die Kumpel der „Wismut“ waren mit die Höchstverdienenden in der DDR, aber auch die mit den größten Risiken für ihre Gesundheit. Mit dem Ende des ersten Fünfjahresplans bekamen auch die ersten Absolventen der ABF (der Arbeiter- und Bauerfakultäten) ihren Abschluss und mussten Schlüsselpositionen in Wirtschaft, Verwaltung und Bildung übernehmen. Mit der Ablösung der nicht „Linientreuen“ oder der „Alt-Kader“ aus ihren Ämtern durch die Absolventen, kommt nach und nach eine zweite Flüchtlingswelle von Akademikern in Gang. Der Fachkräftemangel der ersten Welle wurde damit noch verstärkt.

1955 Wie auf dem Bild des Hofes bei Fam. Trapp, so oder so ähnlich sahen in Unterreußen die Bauerhöfe noch nach dem Krieg aus. Das Wohn-Stallgebäude, ein Seitengebäude, die Scheune, der Bauerngarten vor dem Haus, freilaufende Hühner und der typische Misthaufen mitten im Hof. Seltener waren die Taubenhäuser, wie hier auf dem Bild, auf den Höfen zu sehen. Und das hatte auch einen gewichtigen Grund.  M. Trapp schrieb auf was er im „Der Heimatbote“ Heft 16 dazu gelesen hatte: „Einst waren Taubennester in hölzernen Simskästen unterm Dach angebracht. Der Taubenmist hat aber eine bis heute oft unterschätzte Eigenschaft, er wird sehr schnell heiß und war, gar nicht so selten, Ursache für Hausbrände. Aus diesen sehr praktischen Gründen baute man später die Taubenhäuser freistehend. Es wird gerechnet, dass ein Taubenpaar im Jahr einen Doppelzentner (100 kg) Körner frisst, und damit den Kreis der Taubenhalter von vornherein einschränkte.“ Dieses Privileg war schon früher auf die Hufen und ½ Hufen Bauern beschränkt.

Der Hüfner durfte 12 Paare und der ½ Hüfner 6 Paare halten. Solche Taubenhäuser waren oft kleine Kunstwerke, die den Gesamteindruck eines Bauernhofes optisch aufwerteten.

1956 erreichte der Ferngasleitungsbau von der Großkokerei Lauchhammer nach Leipzig den Reußner Berg. Die Leitung wurde später an das Erdgasnetz angeschlossen und ist jetzt die Ferngasleitung FGL12 von Ontras. Die Verlegung erfolgte südlich des Waldes, oberhalb der Straße von Forberge nach Reußen. Am Krähenhüttenweg entstand mit einer Verdichterstation ein Netzknoten, an dem später zügig die großen Industriebetriebe von Riesa angebunden wurden. 2020 wurde begonnen, die alten Leitungen auszutauschen.

In Moskau wird die Entstalinisierung eingeleitet. Man reagiert damit vorsichtig auf die offenbar bekannt gewordenen Verbrechen Stalins am eigenen Volk und kritisierte den Kult. In der DDR war man auf diesem Ohr noch taub. Erst 1959 wurde die Organisation der Stalinpioniere in Thälmannpioniere umbenannt. 1961 wurde dann auch der Namen Stalins aus der Öffentlichkeit entfernt. In Riesa wurde die Stalingradstraße in Berliner Straße umbenannt. Der spektakuläre Abschluss soll die Demontage des Stalin-Denkmals durch einen Kran mittels Schlinge um den Hals gewesen sein.

1957 Nachdem in weiten Teilen der DDR neben der Handelsorganisation „HO“, auch Konsumgeschäfte eröffneten, wurden erste Teile der Lebensmittelkarten und Bezugsscheine abgeschafft. Neben den Lebensmittelkarten gab es aber auch Bezugsscheine für Kohlen und Kartoffeln, sowie sogenannte Produktkarten für Textilien, Kurzwaren, Wohnungen und vieles mehr. Die HO hatte in den ersten Jahren Preise, die man den „Delikatessenläden“ 20 Jahre später zuordnen könnte. Erst Anfang der 60iger Jahre kam das endgültige „Aus“ für die Rationierung. Auch wurde langsam daran gearbeitet, den verpackungslosen Verkauf der Lebensmittel umzustellen. Noch einige Zeit lang gab es Milch beim Milchmann mit der Messkanne in den mitgebrachten Milchkrug, Butter lose verwogen vom Block in Pergamentpapier eingewickelt, Hering und saure Gurken aus dem Fass, eingewickelt in Zeitungspapier und erste Bonbons und Waffeln in der Spitztüte.

1958 Die vorletzte Klasse mit Kindern aus Reußen und Oppitzsch wurde in die 1895 eröffnete Schule in Neuoppitzsch eingeschult. Es war noch die Ein-Raum-Schule mit vier Schuljahrgängen in einem Zimmer. Die damalige Lehrerin, Frau Vetterlein, hatte, wie alle ihrer Vorgänger, eine Wohnung in der ersten Etage. 1962 wurde die Schule aber endgültig geschlossen und die Kinder mussten in die Schule auf der Lindenstraße in Strehla gehen.

Unterreußener Kinder von links unten:
1. Jutta Schoob (Welsch), 3. Marlies Lehmann (Küchler); 2. Reihe: 1. Sabine Thieme, 3. Gisela Henker (Hager); 3. Reihe: 1. Hannelore Gregor, 2. Hella Tillig (Hofmann), 3. Gabriele Schmidt (Ilgen)

Wegen der hohen Schülerzahlen mussten einige anfangs noch zum Nachmittagsunterricht gehen. Die Kinder von Oberreußen, Forberge und dem Kaulschen Gut gingen von der ersten Klasse an nach Gröba in die Schule. Schon vom ersten Schuljahr an gab es die „Herbstferien“ im Oktober. Ab der 3. Klasse auch „Kartoffelferien“ genannt. Mit der gesamten Klasse ging es einmal zum Kartoffellesen. Ausnahmen waren die Kinder der Bauern, die ihren Eltern helfen mussten. Wer wollte, konnte sich für den nächsten Tag zum Kartoffellesen beim Feldbaubrigadier eintragen lassen. Für das „Gutlesen“, das erste Nachlesen nach dem Roder gab es 10 Pfennige pro Korb. Für das Lesen der Futterkartoffeln, das erste Eggelesen, 15 Pfennige und das zweite Eggelesen 20 Pfennige pro Korb. Geerntet wurde zusammen mit den Frauen der Feldbaubrigade. Die Körbe, 10-12 kg, wurden von zwei oder drei Männer abgenommen und auf Hänger geschüttet. Marken wurden verteilt oder Strichlisten für die Abrechnung geführt. In der Pause gab es auch belegte Brote. 1958 wurde für die Schüler ab der 7. Klasse der „Unterrichtstag in der Produktion“ (UTP), praktische Tätigkeiten eingeführt. Dazu wurde ein in der Nähe befindlicher Partnerbetrieb ausgewählt. Generell waren alle regulären Industrie- und landwirtschaftlichen Betriebe angehalten, solch einen Unterricht möglich zu machen. Jeweils im Wochenwechsel wurde ESP (Einführung in die sozialistische Produktion, Theorieunterricht) und UTP durchgeführt. Die Klasse auf dem Bild hatte es dann ab 1965 nicht weit von der Schule in die ehemalige „Landtechnik“ auf der Hugo- Haase- Straße zum ESP-Unterricht und anfangs auch zum UTP. Da die Klasse fast ausschließlich aus Mädchen bestand und Feilen oder Sägen ihnen so gar nicht zusagte, wurde der UTP in die Baumwollspinnerei nach Gröba verlegt. 

1959 war wieder ein sehr trockenes Jahr und auch das letzte Jahr für einige Einzelbauern in Unterreußen. In Forberge bestand schon eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft LPG Typ III, vorrangig gebildet aus den Neubauern mit Land aus der Bodenreform unter Leitung von Fritz Gladewitz. Die LPG Typ III Oppitzsch gründete sich hauptsächlich aus Einzelbauern von Unterreußen und Oppitzsch unter Leitung von Herbert Schicke. Er leitete ein Jahr später auch nach dem Zusammenschluss die LPG „Ernst Thälmann“ mit Sitz in Forberge. Seit 1947 gab es schon Abgabepläne für die Bauern, die vom „Amt“ erstellt wurden. Die örtlich gewählten Dorfbürgermeistern mussten die Einhaltung des Solls kontrollieren. Der Druck der Behörden auf die Bauern, auch mittels Agitatoren aus dem Stahlwerk, wurde immer stärker. Sie sollten sich zu einer Genossenschaft Typ III zusammenschließen, um auf größeren Flächen mit Maschinen aus den „Maschinen-Traktoren-Station“ (MTS) größere Erträge zu erzielen. Dabei soll es, nach Erzählungen, auch zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen den Agitatoren und einzelnen Bauern gekommen sein. Grund der Handgreiflichkeiten war, dass die Werber nicht der Aufforderung der Bauern folgten, ihr Grundstück zu verlassen. Später schickte man zur Sicherheit immer zwei Agitatoren.

1960 haben sich einige Einzelbauern zu einer LPG Typ I (nur gemeinsame Feldwirtschaft) „Silberweide“ zusammengetan. Auch eine zweite LPG Typ I im Dorf entstand. Die anderen Bauern aus Reußen gingen mit Gründung der LPG Typ III nach Forberge. Zwei Jahre später traten noch einmal Bauern dort ein. Der Rest von vier Bauern aus Reußen schlossen sich noch einmal zu einer LPG Typ I „Vorwärts“ zusammen und wirtschafteten von 1. Januar 1962 bis 31.Dezember 1966 zusammen. Es war unmöglich geworden, technisch und finanziell mit den großen Genossenschaften mitzuhalten und so traten sie, als letzte der Unterreußner Bauern, 1967 in die LPG Typ III ein. Feld und Vieh mussten als Anteile eingebracht werden. Die meisten arbeiteten dann bis zur Rente in diesen Betrieben. Mit dem Beitritt in die LPG ging das über Jahrhunderte eigenverantwortlich über Eigentum und ideelle Werte geführte Leben abrupt zu Ende. Mit der Hoffnung der Rückkehr zur bäuerlichen Einzelwirtschaft hatten die meisten Bauern aus Altersgründen abgeschlossen. Auch das Dorfbild begann sich vorerst, noch äußerlich unbemerkt, zu verändern. Auf dem Hof Lehmann wurde ein großer Kuhstall ausgebaut. Die Milchrampe, der zentrale Treffpunkt der Einzelbauern zum Austausch von Neuigkeiten, wurde überflüssig, weil die Milch im Tank abgeholt wurde. Dafür entstand eine große Seuchenwanne mit Desinfektionsmittel gegen die Maul- und Klauenseuche. Bei Bauer Trapp wurde ein Zuchtstall für Schweine eingerichtet. Je ein Läuferaufzuchtstall entstand bei Schmidts und Theinerts. Ein Konsum auf dem Hof bei Edeltraud Trapp (heute Däberitz) sorgte für die Waren des täglichen Bedarfs. Auch eine Annahmestelle der Volkseigenen Erfassungs- und Aufkaufbetriebe (VEAB) für Eier, Obst und Gemüse wurde hier eingerichtet und später durch die Fam. Friedemann weitergeführt. Das Kuriosum der Einrichtung war, dass für die Abgabe der Produkte oft mehr gezahlt wurde als man im Laden dafür bezahlen musste. Für die Lesehungrigen gab es sogar in einem Zimmer neben dem Saal der Schenke eine kleine Bibliothek, in der man sich bei Frau Trapp Bücher ausleihen konnte. Jeder Bauer hatte natürlich noch seinen individuellen Viehbestand, meist Schweine, Schafe, Enten, Gänse und Hühner. Ein paar wenige versuchten sich zusätzlich an exotischem Getier, wie Eselzucht bei Theinerts und Henkers. Reußener Bürgermeister waren von 1950-56 Erich Seifert und von 1957 bis zur Eingemeindung 1961 nach Oppitzsch, Erich Schmiedel (Bild).

1960 Anfang der 60iger Jahre wurde mit großem Gerät in der ehemaligen Sandgrube der Fa. Seifert Kohlehandel Gröba oberhalb des Waldes begonnen, eine riesige Baugrube für den Bau eines zweigeschossigen Bunkers auszuheben. Die Sandgrube gehörte früher der Gemeinde, in der unter anderem feinster Scheuersand für die Dielung in den Bauernhäuser abgebaut wurde. Lt. Altlastenkatalog des Kreises befand sich hier schon ein Bunker der Hitlerjugend in der sogenannten Teufelskuhle. Der neue Bunker wurde ausgerüstet mit eigner Wasserversorgung, Luftfilteranlage, Strom- und Telefonanschluss und verbunden mit einem kleinen Beobachtungsbunker auf der Höhe des Berges (heute neben dem Eingangstor zu Kiesgrube Opti-Bau). Von hier hatte man eine gute Sicht über das ganze Stadtgebiet von Riesa. Es war die heiße Phase des kalten Krieges und der atomaren Aufrüstung in Ost und West. Das Inventar des Bunkers wurde im Laufe der Jahre mehrmals ausgewechselt und war auf dem neuesten Stand. Man konnte es nach der Plünderung 1990 an dem im Gelände verstreuten Teilen noch sehen. 1958 sammelten hier noch Schüler der Schule Gröba Steine für den Ausbau des Überseehafens Rostock auf dem Reußner Berg. In einer weiteren Aktion halfen sie als Treiber, Hasen zu fangen, die nach Frankreich exportiert wurden.

1961 wird Unterreußen und Oppitzsch eine Verwaltungseinheit mit eigenem Bürgermeister. Ab 1962 kamen die Bürgermeister aus Oppitzsch, wie z. Bsp. Herr Schwinghoff und Herr Walther (der Letzte vor der Eingemeindung nach Strehla). Gemeindeamt und Poststelle waren in der ehemaligen Schule. Am 13. August wird durch den Bau der Mauer in Berlin versucht, die Auswanderungen zu stoppen. Die Grenzpolizei wurde in Grenztruppen der DDR umbenannt und der Armee unterstellt.

1962/1963 Dieser Winter hatte eine lange Kälteperiode wie seit 1740 nicht mehr, in der auch die Elbe zufror. Der Hafen Gröba lag voller Elbkähne mit den dazugehörigen Schleppern. Das mit der Tauperiode einsetzende Treib- und Packeis vor der Brücke in Riesa musste mit Hilfe von Artillerie der Sowjetarmee freigesprengt werden.

(Hafen Gröba Winter 1962/1963)

1970 Im August, Frau Theinert berichtet: Ein gefühlt dreiminütiger Sturm richtete in Unterreußen eine Schneise großer Schäden an. Eine umgestürzte große Rüster auf die Scheune, vom Wohnhaus abgedeckte First- und Dachziegel bei Theinerts, ein eingestürzter Scheunengiebel und entwurzelte Obstbäume, abgebrochene Äste und eingestürzte Zäune bei Henkers waren das Ergebnis. Einwohner die außerhalb arbeiteten und abends nach Hause kamen, waren fassungslos, was am Tag geschehen war.

1971 In Unterreußen wurde das Stromnetz von  120 V auf Gleichstrom auf 220/380 V Wechselstrom umgestellt. Am Silvesterabend kam es wieder zu einem Großbrand in Reußen. Die Scheune des Bauerngutes Schmidt fällt einer Silvesterrakete zum Opfer. Viele Nachbarn halfen, das Inventar aus dem hinteren Teil des Wohnhauses, nahe der Scheune, zu bergen. Eine nicht ganz ungefährliche Sache, da die Dachziegel und Funkenflug bis auf die Straße und auf das Dach der Schänke flogen. Vor dem Wohnhaus, im Schutz der Linde, saß Altbauer Kühne und schaute dem Drama kopfschüttelnd zu. Die Feuerwehr und die LPG mit Unterstützung von sowjetischen Soldaten hatten noch fünf Tage danach zu tun, die Glutnester mit dem vollständigen Abriss endgültig zu löschen.


1972 Der Betrieb der Schmalspurbahn Strehla-Oschatz wird wegen zu hohen Betriebskosten eingestellt. Gründe waren sinkende Passagierzahlen und geringes Güteraufkommen, obwohl es noch keine Busverbindung nach Oschatz gab. Im April wurden mit großem propagandistischem Aufwand die noch privaten in halbstaatliche Betriebe und in „Volkseigentum“ überführt. Einer der vielen ehemaligen Strehlaer Betriebe, den es betraf, war der „Brunnenbau Hänchen“.

Das Gebäude entstand  1898 und wurde bis 1911 als Presslufthammerfabrik und größte Fabrik in Strehla betrieben. Anschließend wurde es bis 1929 als Zweigbetrieb der Chemischen Werke Heyden Radebeul weitergenutzt. Die Fa. Heyden war der Betrieb, der als erster Salicylsäure in der Arzneimittelherstellung einsetzet. Die Firma war später als Arzneimittelwerk Dresden bekannt und existiert heute wieder unter dem Namen Heyden.

Der Volkseigener Betrieb (VEB) Leimfabrik Tangermünde, Betrieb Strehla war auch ein Produkt der Verstaatlichung. Er war durch seinen Geruch und die Ansicht der unbeliebteste Betrieb aber auch der älteste Betrieb in Strehla.

Die Fa. Tennert gründete 1828 den Betrieb. Aus Knochengallert und Natron wurde anfangs Seife hergestellt. 1912 wurde das Werk vom Scheidmandel-Konzern aus Tangermünde übernommen und produzierte aus Knochen- und Lederabfällen Perlleim. Die bis heute noch bekannteste Fabrik Strehlas war die „Töpfchenbude“. 1828 von F.M Hötsche gegründete Ofen und Tonwarenfabrik firmierte 1911 unter Otto Türcke als Keramische Werke. Die Colditzer Steingutfabrik übernahm 1927 und wurde 1946 als Keramische Werke Strehla geführt. 1950 bis 1990 wurde daraus dann die VEB Steingutfabrik Strehla. Vintage-Produkte des Strehlaer Werkes sind heute noch auf dem Weltmarkt erhältlich.       

Werk auf der heutigen Lindenstraße

1973 Unterreußen und Oppitzsch wurden zu Strehla eingemeindet. Es waren wieder umfangreiche Bauarbeiten auf dem „Reußner Berg“ zu beobachten. Das alte Wassernetz in Riesa war sicherlich mit dem riesigen Wasserverbrauch der Industriebetriebe überfordert. Abhilfe sollten zwei neue Wasserleitungen unter dem Namen „Industrie-Gruppen Wasserversorgung“ (IGWV) bringen. Die Trasse kam aus Fichtenberg über Strehla vorbei an der alten Schule in Oppitzsch (ein neues Bauwerk wurde dort kürzlich errichtet), kreuzte die Straßen Forberge-Reußen und verlief über den Reußner Berg, vorbei am Bunker Richtung Merzdorf durch den Bahndamm der Strecke Leipzig- Dresden bis zum Hochbehälter nach Weida. Beim Ausbaggern der Leitungstrasse am Berg wurden auch die Holzröhren der alten Wasserleitung für das Oberreußner Vorwerk im heutigen Forberge gefunden. Eine weitere große Maßnahme auf Reußner Fluren war die Melioration der Felder des Nordhanges des Reußner Berges im Auftrag der LPG. Von den Hundestücken oberhalb des Bornholzes bis zum Oberholz südlich der Straße Großrügeln nach Unterreußen wurden Tonröhren eingebracht. Der Name „Hundestücke“ kommt daher, dass früher die Abgaben auf die Feldstücke für die Haltung der herrschaftlichen Hunde der Schäferei verwendet wurden. Wer aufmerksam diese Straße fährt, sieht noch die nassen Flächen rechts unterhalb des Oberholz bei Großrügeln, die nicht melioriert wurden. Die Pflege der hangseitigen Straßengräben ist heute noch eine wichtige Aufgabe, um die Felder ohne Probleme bearbeiten zu können.

1974 kommt die Pflicht zur Errichtung von Kleinkläranlagen in den Grundstücken. Der Grund war, dass immer mehr Chemikalien durch Waschmaschinen, Abwaschwasser und Fäkalien in die vorhandene Schleuse eingeleitet wurden. Der Eselteich drohte biologisch zu kippen. Nach der Fertigstellung der Kleinkläranlagen wurde die Einleitung des Abwassers dann auch kostenpflichtig. Ein weiteres großes Problem war das Trinkwasser. Die Nutzung des Brunnenwassers war schon seit 1958 vom Gesundheitsamt für Erwachsene nur abgekocht erlaubt und für Kinder verboten. Es sollte auf Mineralwasser aus der Flasche zurückgegriffen werden. In Reußen wurde seit Jahrhunderten schon Wasser aus Brunnen für Mensch und Tier genutzt. Um Laufwege zum Wasser möglichst kurz zu halten, wurde entweder direkt im Haus oder in der Nähe des Wohnhauses Brunnen angelegt. Aus gleichem Grund war es aber auch üblich, den Misthaufen nahe am Wohn-Stallgebäude anzulegen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Wasser dadurch auf einigen Grundstücken geschmacklich und farblich unverwechselbar. Das Hauptproblem war aber der zu hohe Nitratgehalt, der ständig durch die Verwendung von Mineraldüngern seit Mitte der 1920iger Jahre gestiegen war. Das Wasser aus mehreren Brunnen war nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Waschen weißer Wäsche ungeeignet. Hierfür war der aufgelöste Schluff in einigen Adern verantwortlich. Zum Waschen musste also noch Wasser in Milchkannen von anderen Brunnen geholt werden. Nach Aussage eines Mitarbeiters der ehemaligen Brunnenbaufirma Strehla befindet sich unterhalb der bis maximal sieben Meter tief liegenden wasserführenden Schichten, die für diese Gegend typische Lehmschicht. Eine Bohrung auf der Suche nach Grundwasser in Reußen wurden bei 40 m Tiefe abgebrochen.

1975 Ein- oder zweimal im Jahr wurde die sowjetische Garnison Riesa in ein Sommer- oder Winterlager auf den Dürrenberg bei Laas verlegt. Kurze Zeit vor der Verlegung wurden „Regulierer“ an Stellen abgesetzt, an denen sich der Truppenkonvoi hätte verfahren können. Es waren oft frische Rekruten, die abgesetzt wurden. Eine solche Stelle war die Einfahrt ins Dorf vor der Schänke. Nicht selten standen sie mehrere Tage, ob Sommer oder Winter, bei jedem Wetter, Tag und Nacht. 30 Jahre nach dem Krieg hatte sich die Beziehung zu den „Russen“ selbst bei denen geändert, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, und auch bei vielen anderen mit schlechten Erfahrungen aus dieser Zeit. Verstärkt wurde das Ganze zusätzlich Angesichts der öffentlichen Präsenz der vielen Offiziere und ihrer Frauen in Riesa, und den Berichten, hinter vorgehaltener Hand natürlich, wie die Rekruten behandelt wurden. Man hatte plötzlich Mitleid mit dem jungen Soldaten, der dort stand. Keiner hatte gesehen, ob er Verpflegung erhalten hat oder ob er aus seinem obligatorischen Säckchen mit „Chleb“ (Brot) und Machorka (Tabak) lebte. Erste Versuche, dem Soldaten Tee oder etwas zu Essen anzubieten, scheiterten oft bei den ganz Jungen. Ob es Stolz, Angst oder beides war, bleibt ein Geheimnis. Nach zwei Tagen, vor allem im Winter, wurde der angebotene Tee und das Wurstbrot schon mit einem Lächeln belohnt. Wenn die ganze Garnison der luftbereiften Fahrzeuge auf einmal ausrückte, war das schon eine Sache von drei bis sechs Stunden, in der die Luft in Reußen aus Abgasen bestand. Panzer fuhren oft nur im Spätherbst oder Winter mit aus und dann über die Felder. Wie viele mit ausgerückt sind, hat man in Reußen nicht mitbekommen. Es wurde erzählt, dass ca. 150 Panzer in Riesa unterirdisch stationiert gewesen sein sollten.  

1976 Es war das trockenste Frühjahr seit der Wetteraufzeichnung 1883 in Sachsen mit 87,6 mm Niederschlag. Der Teich war bis auf die Durchflussrinne ausgetrocknet und es konnten keine Karpfen eingesetzt werden. Hans Hübenbecker, Sohn der Gasthofbesitzerin Dora Hübenbecker, hat für seine Kaninchen Futter im Teich gehauen. Mit einem Jahresdurchschnitt in Sachsen von 522 mm war es fast genau so trocken, wie 1911, 1947, 2018 und 2019. Anmerkung: Der Jahresdurchschnitt an Niederschlag in Reußen liegt ca. 30-50 % unter dem Sachsendurchschnitt und beträgt nicht selten nur max. 200-300 mm im Jahr. Einen weiterer Sachsenrekord war 2014 die Winterniederschlagsmenge mit 67,7 mm. Es gab aber auch sehr viele nasse Jahre, wie uns schon die Dokumente der Gemeinde zu den Wegbaumaßnahmen berichteten. 1970 waren es lt. Statistik 913 mm, 1993 und 1994 890 mm, 1981 995 mm und im Jahr des Jahrhunderthochwasser 2002 1018 mm. Bevor die Oberelbe in der Tschechoslowakei durch Staudämme reguliert wurde, stand regelmäßig mit dem Frühjahreshochwasser das Wasser in den Scheunenkellern. Alle älteren Gebäude in Unterreußen wurden seit ihrem Bau auf Grund des ständig wiederkehrenden, hohen Wasserstandes deshalb nicht unterkellert. Ausnahmen bildeten die sogenannten Scheunenkeller mit max. ca. 40 cm unter Hofniveau. Tiefer liegende Keller mussten komplett mit Lehm abgedichtet werden. Neubauten um 1900 hatten dann die sogenannten Hochkeller.

1978 Die Erntezeit war jedes Jahr die verkehrsreichste Zeit auf der engen Dorfstraße. Es war sehr gefährlich als Fußgänger und es mussten jedes Jahr eingefahrene Zaunteile erneuern werden. Der Grund waren Traktoren mit Hängern, die mit heruntergelassenen Bordwänden auf der Dorfstraße nicht aneinander vorbeikamen. Besonders Angst hatten alle um die Kinder, die auf dem Weg in die Schule zum Bus nach Oppitzsch mussten. Anfangs fuhr noch früh ein Linienbus über Reußen und Altoppitzsch, um die Schüler abzuholen. Das Haltestellenschild steht heut noch zwischen Glascontainern und dem Anschlagbrett. Die Unterrichtszeiten der Klassenstufen waren aber so unterschiedlich, dass der Busbetrieb wegen zu wenigen Schülern im morgendlichen Bus eingestellt wurde. Eine andere Lösung sollte ein Fußweg auf dem Stück zwischen der Teichkreuzung und der Einfahrt ins Dorf sein. Mit der Eingabe und Anfrage beim Bürgermeister in Strehla wurde schnell klar, dass weder eine Firma noch das nötige Geld dafür aufgebracht werden konnte. Es war das ewige Lied seit der Selbstständigkeit des Dorfes. Die Dorfbewohner wussten damals auch noch nichts von dem ersten Versuch 1935, die Straße mit einem Schnittgerinne zu versehen. Ein Kompromiss brachte das erwünschte Ergebnis: Die Stadt stellte das Material zu Verfügung und die Bewohner kümmerten sich um die Ausführung. An drei Wochenenden legten zwei Einwohner den Fußweg mit dem dazugehörigen Schnittgerinne an, für das es seit ewigen Jahren kein Geld gab. Die zwei Wassereinläufe wurden nur provisorisch repariert und sind bis heute nicht erneuert! Mit der 2. Asphaltierung der Straße von Forberge über Reußen nach Großrügeln 1982 hatte sich zwar der ersehnte Wunsch unserer Vorfahren erfüllt aber der gerade angelegte Fußweg mit Bordsteinen endgültig seine angedachte Funktion verloren.

Es war auch der „Jahrhundertwinter“ in West und Ost. Bei der Silvesterfeier im Gasthof fiel gegen 22 Uhr der Strom aus. Das machte der Stimmung aber keinen Abbruch. Jeder hat schnell Kerzen organisiert und auch ein Batterietonband fehlte nicht. Aus den +10°C waren hier inzwischen 0°C geworden während 200km weiter nördlich schon -15° herrschten. Zum Abbrennen des Feuerwerkes hatten einige schon nicht mehr die passende Kleidung für nun schon -10°C an. Reußen ist zwar nicht, wie der Norden, im Schnee versunken, musste aber wie viele dem extremen Temperatursturz von 20 Grad innerhalb einer Stunde, und auch die nachfolgende Kältewoche bei -20° ohne Strom überstehen. Diese Zeit hat nicht nur bei den Einwohnern für Komplikationen gesorgt und nachhaltig für dafür gesorgt, für solche Situationen in Zukunft vorbereitet zu sein. Der LPG hat diese Woche große Tierverluste gebracht. In einem besonders schwerwiegenden Fall sind durch das Desinteresse eines Tierpflegers fast 200 Schweine verhungert, verdurstet und erfroren.

1982 Reußen erhält nach fast 10 Jahren Bauzeit der Wasserleitung in Sichtweite vom Ort die Möglichkeit, ans Trinkwassernetz angeschlossen zu werden. Zwischen Ortseingang und dem Schieberschacht vor Oppitzsch sind es ca. 300 m. Bedingung für den Anschluss war, dass die Leitungen nur durch die Privatgrundstücke verlegt werden sollten. Die Gründe dafür waren wie immer, es war kein Geld für die übliche Verlegung in die gerade asphaltierte Straße und den Einbau von Absperrschiebern da. Ein Ergebnis war, dass bei jeder Reparatur ganz Reußen ohne Wasser dastand. Die Zustimmung der Eigentümer hatte natürlich einen Eintrag im Grundbuch über eine „bedingte Dienstbarkeit“ zu Gunsten der Wasserversorgung zur Folge. Das heißt, dem Wasserversorgungsbetrieb (WRG) musste jederzeit der ungehinderte Zugang auf die verlegte Leitung im Grundstück gewährt werden. Jegliche Planungen für eine andere Nutzung im Leitungsbereich waren damit auf unbestimmte Zeit tabu. Ein makabrer Trost: die letzten Gemeinden im Einzugsbereich der WRG wurden erst 2005 angeschlossen.

1990 Den Mauerfall, die politische Wende, die Einführung der DM und die Abwicklung der DDR-Wirtschaft und der damit einhergegangenen Arbeitslosigkeit, hat wohl jeder für sich unterschiedlich emotional erlebt. Mit der Einführung des Grundgesetzes der BRD gab es vor allem in Fragen der Eigentumsverhältnisse grundlegende Veränderungen. Es betraf alle Bevölkerungsschichten und im Dorf vor allem die ehemaligen Bauern. Von der Volkskammer der DDR wurde im Juni noch das Landwirtschafts-Anpassungsgesetz beschlossen. LPG-Mitglieder bekamen damit die Möglichkeit der Vermögensbewertung ihrer eingebrachten Anteile. Es war den Bauern auch weiterhin freigestellt, als Wiedereinsteiger ihre Felder selbst zu bestellen, zu verpachten oder zu verkaufen. Wenige der ehemaligen Bauern nutzten diese Gelegenheit als Wiedereinsteiger. In Reußen war das Arthur Theinert und in Oppitzsch Bauer Hofmann, der aber nur eigene Felder bewirtschaftet. Da die meisten Bauern aus Reußen schon Rentner waren, die eigenen Kinder und teilweise auch schon die Enkel andere Berufe erlernten, wollte auch keiner wieder neu anfangen. Es galt zu überlegen, wie man am besten wieder an seine eingebrachten Anteile kommen kann. Ein großer Teil des Gründungskapitals der LPGs basierte ja auf den eingebrachten Werten der Einzelbauern. Wenn alle ihre Einlagen auf einmal aus der LPG genommen hätten, wäre der Übergang zur Agrargenossenschaft gescheitert, und der größte Teil der Gelder verloren. Mit den neu zu bewertenden Anteilen und dem Arbeitslohn hatte man noch eine solide Chance, einen Teil der eingebrachten Werte zurück zu bekommen. Nach dem Gesetz hatte man als Erstes Anspruch auf Erstattung oder Vergütung des eingebrachten Bodens. Vielen erschien der Verkauf oder die Verpachtung des Bodens als fixes Einkommen am günstigsten. Herr Theinert und die LPG schlossen schon im Laufe des Jahres Pachtverträge mit den ehemaligen Bauern im Dorf.