1900 bis 1945 – Die Zeit der Weltkriege

1900 wurde in Gröba mit dem Bau der Verlängerung des Hafenbeckens begonnen, das bereits am 2. Juli 1901 in Betrieb genommen wurde (30). Wieder musste Land in der Döllnitz-Mündung geopfert werden. Die Familie Max Schmidt, aus der Feldmühle Gröba, verliert mit dem Hafenbau einen großen Teil ihres Landes. Mit dem Erlös kaufte die Familie das Bauergehöft vom damaligen Besitzer Moritz Apelt in Unterreußen. Frau Schmidt soll mit einer Schürzentasche voller Geld nach Unterreußen gelaufen sein, um das Gut zu kaufen (nach Überlieferung erzählt von Tilo Schmidt). Das Alt-Dammer Elektrizitätswerk hat sich mit der Planung einer Elektrischen Bahnverbindung zwischen Strehla und Riesa befasst.

1901 Mit der Fertigstellung des Winterhafens Gröba wurden lang gehegte Pläne der Stadt Leipzig wieder aktuell. Man hatte den Wunsch mit einer schiffbaren Verbindung von Großschiffen zur Elbe, ins Böhmische und nach Hamburg zu gelangen. Von den drei Entwürfen, eines Leipzig-Aken, Leipzig-Torgau-Kanals wurde der Leipzig- Riesa Kanal favorisiert. Geringe Baukosten durch relativ geradlinige Kanalführung ausschließlich auf sächsischem Staatsgebiet waren maßgebend. Der Kanal sollte dem Lauf der Döllnitz bis Zschöllau folgen, weiter über Calbitz, Kühren, Wurzen, den Schwemmteichen von Machern bis nach Leipzig gehen. Zwischen dem Völkerschlachtdenkmal und dem Bayrischen Bahnhof sollte eine große Hafenanlage entstehen. Das Projekt kam wie die beiden anderen nie zur Realisierung.(20)

Karte Gröba- Leipzig Kanal (20)

Das Amt Oschatz gab bekannt, dass sich ein Bezirksobstbauverein unter Leitung des Herrn Oberstleutnant D. von Schönberg zu Bornitz gegründet hat. Ziel der Gründung sollte die Entlastung der Gemeinde- und Gutsbezirkskassen sein. Die Gemeinden waren verpflichtet, an den Kommunikationswegen Obstbäumen zu pflanzen. Gegen einen Mitgliedsbeitrag von fünf Mark für Gemeinden und 2 Mark für private Mitglieder sollten kostenlos oder verbilligte Edelreißer bereitgestellt, Obstsorten bestimmt und die Teilnahme an Ausstellungen unterstützt werden.

1902 „Oschatz am 18. März 1902: Das Alt-Dammer Elektrizitätswerk sieht, nach einer an das Königliche Ministerium des Innern gerichteten Eingabe, vom Bau der elektrischen Bahn von Riesa nach Strehla ab und hat um Rückgabe der hinterlegten Kaution gebeten. Die Gemeinde zu Unterreußen wird daher veranlasst, binnen 3 Tagen anzuzeigen, ob gegen diese Rückzahlung Bedenken zu erheben sind. Königl. Amtshauptmannschaft.“

Für die Bauern der Dörfer Oppitzsch, Forberge, Gröba und der hier angesiedelten Ziegeleien und des Steinbruchs in Gröba wäre es ein Gewinn an Flexibilität gewesen.  Aber auch Strehlas Bürger und Industrie hätte von einer schnelleren Anbindung an die Leipzig – Dresdener Bahnstrecke profitiert. Das lästige Problem des Umladens für die Güter wäre natürlich geblieben. Zwischen Strehla und Riesa verkehrte noch eine sog. Kraftdroschke für 8-12 Personen mit Halt in Oppitzsch und Gröba Gasthof für 40 Pfennig pro Person. Bei 35-60 Pfennig Stundenlohn für einen Arbeiter nicht ganz billig.(10)

1904 Nach jahrelangen Bauarbeiten durch Verlegung von Schleusen und neuen Wasserleitungen, der Errichtung des Wasserturms mit dem dazugehörigen Maschinenhaus und Brunnen erhielt Strehla eine zentrale Wasserversorgung (7). 

1906 Gründung eines Feuerlöschverbandes des Rittergutes Gröba, Ober und Unterreussen und Forberge unter Anleitung der Feuerwehr Gröba.Es wurden Anfangs Freiwillige Männer aus den Dörfern zwischen 18 und 30 Jahren mehrmals jährlich in Gröba ausgebildet. 

1907 Bei Nachtwächters spukt`s, so die Zeitungsnachricht. Die Nachtwächterfamilie in Unterreußen wollte verhindern, das die Stelle des Nachtwächters neu vergeben wird und sie dadurch ihre Wohnung verlieren würden. Der Sohn der Familie erzählte in der Schule von ungeheuerlichen Gruseleien in ihren Haus und lud alle, die es nicht glauben wollten ein, sich selbst zu überzeugen. Die Familie hatte ein perfektes Gruselszenarium vorbereitet und es kamen nicht nur die Schulkinder. „Man konnte sich davon überzeugen, die Nixen stiegen aus dem Teich oder sonstige Spukgeister trieben ungeniert ihr Wesen, Blumentöpfe fielen vom Fenster, der Kaffetopf flog aus dem Ofen, Wassereimer fielen um, Tische und Stühle drehten sich auf einem Bein, alle möglichen Gegenstände kamen geflogen…….. In der Familie war alles verhext, auch der Junge war von bösen Geistern besessen und es dauerte lange, bis wieder Ruhe einkehrte.“ Am anderen Tag nahm der Lehrer sich den Jungen vor und er gestand, “ das sie nur hätten den Nachfolger gruselig machen wollten, damit niemand wieder in das Haus zöge.“ (42) In der sächsischen Statistik des Jahres wird Oberreußen mit 4 Haushalten, davon 3 mit  Vieh bestand und Unterreussen mit 20 Haushalten, davon 17 mit Viehbestand angegeben.

1909 “ Gröba. Auf Flur Unterreussen hat am Mittwoch ein Dauerpumpversuch in den von der Gemeinde Gröba dort zur Errichtung eines Wasserwerkes angelegten Bohrlöchern begonnen. Das Resultat soll ein recht befriedigendes sein. Es wurden stündlich 50 Kubikmeter abgepumpt,ohne das der Wasserspiegel gesunken wäre. Dieser Pumpversuch hatte aber eine unerwartete und unerwünschte Nebenerscheinung gehabt. Durch das fortgesetzte Pumpen sind nämlich die Brunnen bei vier Gutsbesitzern in Unterreussen versiecht. Den betreffenden Gütern wurde Wasser von der Lokomobile zugeführt.“ (Weißeritz-Zeitung vom 09.01.) Die Arbeiten mussten nach einem Einspruch der Gemeinde eingestellt werden. Die Amtshauptmannschaften beider Gemeinden, Großenhain und Oschatz wurden beauftragt dazu in Verhandlung zu treten. Im Ergebnis wurde das Vorhaben abgewiesen und Gröba baute ein Wasserwerk in der Döllnitzaue in Merzdorf. Das alte Gebäude ist heute noch auf der Merzdorfer Straße zu sehen.

1911 ist durch außergewöhnliches Wetter wieder in die Geschichte eingegangen. Bereits im Januar stiegen die Temperaturen so hoch, dass man barfuß gehen konnte und die Getreideernte wurde schon im Juni eingefahren (7). Dieses Jahr ging auch als Dürre- und Hungerjahr in die Statistik ein.

1913 Die Adelsfamilie „Von Altrock“ aus Gröba begann mit dem Bau eines neuen Gutshofes neben dem neuen Vorwerk Oberreußen. Der Hof wurde einschließlich dem Vorwerk Oberreußen und dem Kaulschen Gut dann auch als Forberge bezeichnet. Auch die Besitzer der Dreschergütchen sind zum Vorwerk umgezogen. Der längliche eingeschossige Bau, rechts neben der heuteigen Einfahrt ins Dorf, ersetzte die verlassenen Dreschergütchen. 1930 standen nur noch zwei der Drescherhäuser in Oberreußen.

Die Königl. Amtshauptmannschaft Oschatz erwog, infolge des zunehmenden Verkehrs, die Kraftwagenbesitzer an den Kosten der Straßen- und Wegeunterhaltung zu beteiligen. Es sollte getrennt nach Kraftwagen, Fuhrwerken und Personenwagen, sowie nach Durchgangsstraßen und nach im Allgemeinen nur örtlichen benutzten Straßen unterschieden werden.

1914 Am 28. Juli begann der I. Weltkrieg und schon ein viertel Jahr später fiel der erste Bauernsohn, Unteroffizier Edwin Max Trapp aus Reußen. 1915 war mit vier Gefallenen das verlustreichste Jahr für Unterreußen. Insgesamt blieben neun Bauersöhne auf den Schlachtfeldern des Krieges. Im Zug, auf dem Weg von der Front in den Heimaturlaub, starb auch Hermann Schmidt. Er galt damit aber nicht als gefallen und erschien so auch nicht auf dem Denkmal (siehe Denkmal auf dem Anger). Von Oberreussen ist bekannt, dass ein Bruder des Gutsbesitzer Knepper gefallen ist und zwei den Krieg überlebten. Einer von ihnen war ist 1911 als Missionshandwerker nach Deutsch-Ost Afrika gegangen und aus englicher Gefangenschaft in Ägypten 1919 entlassen worden. (Jahrb. der Sächs. Missionskonferenz) Der dritte, Alfred Knepper wurde 1914 zu Schutztruppen nach Deutsch-Ost Afrika eingezogen und kam Juni 1918 schon zurück. 

Am 20. April beschließt der Gröbaer Gemeinderat und Rittergutsbesitzer Altrock das neue Rittergut und das Vorwerk in Oberreussen einschließlich der Flurstücke zu verschmelzen und als Rittergut Gröba umzubenennen. Am 22.Juni stimmte auch der Stadtrat zu, da Oberreussen nur noch aus den zwei Häusern mit ihren Familien bestand. Auch die Post für Oberreussen und das Rittergut wird nun von Gröba zugestellt.  Der Dreherei Vorarbeiter Rehm aus Unterreußen erhält die „Friedrich August Medaille“ für 50 Jahre treue Dienste in der Arbeit.                                                                                                  

1916  Die Rationierung von Lebensmittel hat jetzt die verstärkt die Stadtbevölkerung erreicht. In Gröba wurden zu bestimmten Zeiten für bestimmte Straßen gegen Vorlage der Brotausweiskarte pro Familie ein viertel Pfund ausländische Margarine zum alten Prei ausgegeben. Gegen Vorlage der Brotausweiskarte wurde im Gemeindeamt auch eine Lebensmittelkontrollkarte ausgegeben, mit der ab Mai auch Fleisch erworben werden konnte.(42)

1918 Die Reparationszahlungen der Nachkriegszeit brachten in der Weimarer Republik jede Menge politische Wirren, die mit Hunger und Not für die Stadtbevölkerung und für alle in einer Hyperinflation 1923 gipfelte.

Am 04.10. wird in der Zeitschrift „Erzgebirgischer Volksfreund“ einer Aussage widersprochen, das die Gemeinde Westrum bei Oldenburg die kleinste Gemeinde Deutschlands sei. Man hatte herausgefunden, das Oberreußen mit 3 Familien und weniger als 20 Einwohner die kleinste  Gemeinde sei.

1921-22 Bei Schachtarbeiten zum neuen Wohnhaus findet der Hammerarbeiter Franz Röber einen Schatz an alten Münzen, so die Überlieferung. Es könnte sich dabei aber auch um den größten archäologischen Fund aus der „Älteren Lausitzer Kulturzeit“,  3000- 500 v. Chr. in Reußen und in der näheren Umgebung gehandelt haben. Der Fund wurde auf Grund der Zugehörigkeit des Ortes irrtümlich nach Gröba verordnet. Erst die genauen Kartenkoordinaten zeigten den Fundort. Das Grundstück ist auf der Karte von 1838 erkennbar, war aber früher als Bauernhof wesentlich kleiner (heute Grundstück Elschner).

1923 Im August beantragt der Gutsbesitzer Knepper aus Oberreussen beim Gemeinderat Gröba die Umbezirkung seiner Feldstücke zu Unterreussen. Der Gemeinderat schlug vor, dem nicht stattzugeben. Auf Grund der bevorstehenden Eingemeindung von Gröba nach Riesa beantragte Knepper die Umbezirkung beim Stadtrat von Riesa, der dem Gesuch ebenfalls nicht stattgegeben hat. (42) 

Die geplante Eingemeindung der einst reichsten Gemeinde Sachsens nach Riesa sorgte nicht nur bei vielen Gröbaern für Unmut. Nur ein Mann widersetzte sich öffentlich und rief die Republik Gröba aus, „nach dem es ihm gelungen sei, im kühnen Handstreich, die umliegenden Gemeinden zwangsweise einzugliedern. In seiner April Proklamation wendet sich der Freiheitskämpfer Duckstein an seine Völker in Gröba, Merzdorf, Reußen und Großrügeln. Ob die Bewohner der einverleibten Ortschaften jemals Kenntnis von ihrer verlorenen Selbstständikeit mitbekommen hatten?  „Lieblich ist`s zur rechten Zeit ein Narr zu sein“, so die letzte Zeile der Proklamation. (Aus der Chronik von Gröba) 

Die Hyperinflation erreichte im November ihren Höhepunkt. Für 4,2 Billionen Reichsmark erhielt man 1 Dollar. Das am Morgen ausgezahlte Geld konnte am Abend nur noch zum Heizen verwendet werden. Es zählten nur noch materielle Werte wie Edelmetalle, hochwertige technische Geräte und Lebensmittel zum Tausch. Der Bauer aber bekam für die gegen Lebensmittel eingetauschten Wertsachen beim Großhändler kein Saatgut und Dünger.  Erst mit der Einführung der „Rentenmark“ im November gelang es, die Situation in den Griff zu bekommen. Sie war kein offizielles Zahlungsmittel, sondern nur eine Art Inhaberschuldverschreibung, die sich niemand auszahlen lassen konnte. Der Trick war erfolgreich, weil die Deutschen dieser Währung vertrauten. Es wird noch immer vom Wunder der „Rentenmark“ gesprochen, die parallel mit gleichem Wert der Reichsmark bis 1948 erhalten blieb.

1924 Die Inflation klang langsam ab, doch es mangelte der Gemeinde Reußen und den Bauern an nötigem Geld. An der Verpflichtung der Wegeinstandhaltung hat sich aber nichts geändert. Von Steinbruch- und Fuhrunternehmern wurde angeboten, den Materialpreis oder Fuhrlohn in Hafer zu bezahlen. Einige Bauern nutzten diese Gelegenheit, um weniger Transport- oder Arbeitsleistungen für ihre Feldzufahrten erbringen zu müssen. 

Anfang der 1920iger kam auch der Strom, 120V Gleichstrom, nach Reußen. Wann genau,ist noch ungeklärt. Eine Rolle bei der Elektrifizierung wird auch die finanzielle Situation der Bauern in dieser Zeit gespielt haben. Die Mechanisierungsphase ab Mitte des 20iger Jahre war einer der größten Fortschritte auf den Bauernhöfen. Motorenhäuschen für die transmissionsgetriebenen Maschinen wie Dreschmaschine, Schrotmühle, Haferquetsche u.v.m. wurden an die Scheunen angebaut. Dank einer elektrischen Wasserpumpe kam fließendes Wasser in Küchen und Ställe, nicht zu vergessen das elektrische Licht.

Dreschmaschine am fahrbaren Elektro-Motor : 
L. Schlegel „Die Entwicklung der landwirtschaftlich Produktion…“

Wahrscheinlich kam mit der Strom- auch eine Telefonleitung ins Dorf. 1927 war unter der Nr. 101 der Gasthof erreichbar. Otto Große war als Telefonleitungsaufseher tätig und wohnte im Gemeindehaus in Reußen (heute Wohnhaus Köhler). Die Einwohnerzahl betrug durch einige Neubauten wieder 115.

1926  Eine Hiobsbotschaft kommt am 25. Mai aus dem Amt mit der „Richtlinie für die Beteiligung des Bezirksverbandes an Wegebauleistungen der Gemeinden“ nach Paragraph 146 der Gemeindeverordnung. Demnach wurden nur noch Zuschüsse gezahlt, wenn es sich um Durchgangsstraßen/ Wege handelte, die mit mehr als 50 % von auswärtigen Fahrzeugen befahren wurden. Der Anspruch, dass es sich bei der Verbindung zwischen den Staatstraßen Riesa-Strehla und Strehla-Oschatz über Reußen und Großrügeln um Durchgangsstraßen handelt, wurde nicht anerkannt. Ein Dilemma für Unterreußen, aber nur wegen des Wegfalls der Zuschüsse. Es musste also weiter jedes Jahr ausgebessert werden. Seit der Bestellung eines Straßenmeisters wurde der Gemeinde vorgeschrieben, welche Steine von welchem Steinbruch zu verwenden sind. Da es sich bei den von der Gemeinde bezogenen billigeren Rohstoffen nicht um klassifiziertes Material handelte, wie vom Straßenmeister gefordert, mussten Steinschläger den Steinen per Hand die erforderliche Größe geben. Mit 25 Pfennig/Std. Lohn für den Reußner Straßenarbeiter August Laube war es offenbar für die Gemeinde billiger als der Kauf des klassifizierten Materials.

1928 konnte man auf Unterreußener Feldern Blumen sehen. Georg Neider (heute Hof Däbritz) hatte sich auf Zucht und Vermehrung von Blumen, Gemüse- und Gewürzpflanzen spezialisiert. Eine von ihm gezogene Majoran Sorte  „Neiders Deutscher Majoran S42“  schaffte den Eintrag ins deutsche Sortenregister. Der einsetzende Preisverfall der landwirtschaftlichen Produkte kündigte mit steigender Arbeitslosigkeit schon die Weltwirtschaftskriese an. Die gefühlten „Goldenen“ 20iger Jahre nach der Inflation waren damit endgültig beendet und das hatte natürlich auch Folgen für die Bauern. Die bunten Felder in Unterreußen waren noch bis Anfang der 50iger Jahre zu sehen. 1963  wird die Majoran-Züchtung aus dem Register gelöscht. Eintragungen wurden jetzt nur noch von staatlichen  Instituten  genehmigt.

1929-1930 In einem Zeitungsartikel der Riesaer Zeitung wird der Schmied aus Unterreußen erwähnt. Karl Kresse hat vor dem Prüfungsausschuss der Staatlichen Lehrschmiede zu Dresden nach Teilnahme an einem Lehrgang die vorgeschriebene Prüfung zum Nachweis der Befähigung zum Betrieb des Hufbeschlaghandwerks mit dem Prädikat „Sehr Gut“ bestanden“. Hermann Kresse wurde Ende des 2. Weltkrieges als vermisst gemeldet. Die Schmiede wurde bis Anfang der 1950iger Jahre dann an Paul Hinkel vermietet.

Hier noch ein paar Schlagzeilen einer Strehlaer Zeitung von 1830-1860iger einer Riesaer Zeitung aus den 1930iger Jahren: Bargeldloser Ziegenkauf in Strehla wegen Betruges vor Gericht, Sittlichkeitsverbrechen auf dem Weg zwischen Gröba und Pochra- Pflasterarbeiten auf der Reichsstraße von Ortsausgang Strehla Richtung Landesgrenze Preußen- Motorlastkähne und Schlepper laufen in der Nähe des Nixsteins auf Grund- Personendampfer muss auf Grund von Niedrigwassers in Strehla umkehren- Dreister Fahrraddiebstahl vorm Unterreußener Gasthof- Konkursverfahren über das „Von Pflugksche Granitsteinpflasterwerk“- Richtfest im Dampfsägewerk Strehla- Kraftwagenlinie Strehla- Mühlberg- Belgern macht Verluste- Grenzzwischenfall Sachsen/ Preußen auf Paußnitzer Flur bei der Jagd- Diebstahl bei Landwirt Müller in Kleinrügeln- Luftschiff „Graf Zeppelin“ auf der Rückfahrt von Moskau überquert in 400m Höhe mit 137 km/h die Riesa-Gröbaer Flur- Fischermeister Naumann fängt in Strehla ein hier noch nie gesehenes Lebewesen, eine Wollhandkrabbe.

1930 Gutsbesitzer Otto Henker verkaufte seinem Nachbarn, Schlosser Arthur Rehm aus dem Gemeindehaus, ein Stück Gartenland zum Bau seines Einfamilienhauses, in das er schon ein Jahr später einzog (heute Wenke).

1931 Am 18 November wurde Bürgermeister Mißbach bei der Amtshauptmannschaft wieder vorstellig und erklärte, dass die Gemeinde zahlungsunfähig sei und ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen könne. Mit den geringen Steuereinnahmen könnten nur die dürftigsten Ausgaben bestritten werden und es besteht keinerlei Aussicht erhaltene Darlehen zurückzuzahlen. Er bittet darum, die ausgewiesenen Kredite in Beihilfen umzuwandeln. Am 16. Dezember wurde dem Ersuchen stattgegeben und ein Darlehen von 500 Mark als Beihilfe für den Wegebau umgewandelt. Ende Februar 1932 erhielt die Gemeinde weiterhin einen Vorschuss für die Rückzahlung von Schulden an die Gewerbebank Riesa.

1933 begann mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten, lt. Literatur, das dunkelste Kapitel in der deutschen Geschichte. Bis klar wurde, wohin die Reise gehen würde, stand der größte Teil der Bevölkerung hinter den nationalistischen Ideen. In den Führer wurde die große Erwartung gesetzt, dem deutschen Volke wieder eine Zukunft in Wohlstand zu geben. Im ganzen Land wurden zu Ehren des Führers Eichen und Linden als Zeichen der Beständigkeit gepflanzt. “ In den Donnerstag Nachmittagsstunden des 22. April erlebten die Bewohner von Unterreußen und Oppitzsch einen erhebenden vaterländischen Weiheakt: die Pflanzung einer Linde durch die Gemeinde am Ehrenmal für die Gefallenen des Weltkrieges. Die Feier fand unter stärkster Anteilnahme der Bevölkerung statt, ferner waren Abordnungen des Stahlhelms, der Polizei und des Arbeitslagers Strehla sowie die Schulkinder unter Führung des Herrn Oberlehrer Hahn-Oppitzsch vertreten.“ (42) Auch in der Gemeinde keimte Hoffnung auf. Es war der  Beschluss vom 01.06. des Bezirksausschusses Amt Oschatz, dass die Meliorationsarbeiten in Unterreußen nach Möglichkeit gefördert werden sollen. Es sollte die große Zeit des Aufbruchs werden. Die Nationalsozialisten legten große Programme zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit auf. Namen wie das Reinhardt- und Papenprogramm oder der Gerecke-Plan standen für Hausinstandsetzung, Brückenbau-, Wasserversorgung und Meliorations massnahmen und vieles mehr. Die Gemeinden sollten hauptsächlich durch Arbeitskräfte und Zuschüsse zu den Arbeiten und günstigen Krediten profitieren. Der Haken dabei war, es mussten genügend Arbeitslose in der Gemeinde oder bei nächsten Arbeitsamt zur Verfügung stehen. Für die Gemeinde mit dem einzigen Arbeitslosen, dem Straßenarbeiter Max Laube, funktionierte das schon mal nicht. Die Gemeindekasse konnte die Rückzahlungen nicht aufbringen oder  Forderungen nicht erfüllen. Trotz allem, wurde die Gemeinde aufgefordert, seine Gebäude in Ordnung zu bringen. Beim Armenhaus am Teich wurde verlangt die Putzschäden zu beseitigen, die Arrestzelle auszuräumen, aus dem Dachzimmer das Heu zu beräumen, das Dach innen zu verschalen und das Zimmer zu dielen um einen zusätzlichen Raum zu gewinnen. Es war die einzige Maßnahme, die mit der Hälfte der bewilligten Summe auch ausgeführt wurde. Die Programme weckten natürlich auch Begehrlichkeiten bei der Gemeinde, etwas von den ewig verschobenen Arbeiten erledigen zu können. Auf der Wunschliste stand vorrangig die Verrohrung des Grabensystems, die Trockenlegung der Dorfstraße mit anschließender Pflasterung, eine Dorfbeleuchtung und mehr Zuschläge für die Wegeinstandhaltung. Zum dritten mal beantragte man beim Amt die Trockenlegung und Pflasterung der nassen Dorfstraße. Die Genehmigung für die Beihilfe lief unter dem Programm Arbeitsbeschaffungsmaßnahme „Melioration“ und sollte 7950,-RM kosten. Der Kredit wurde vom Amt bei der „Deutschen Bank-Kreditanstalt“ beantragt. In Berlin brauchte man keine 3 Wochen, den Antrag aus „kreditpolitischen Gründen“ abzulehnen. Man war von der Kreditwürdigkeit der Gemeinde nicht überzeugt. Am 21.12. veröffentlichte die Amtshauptmannschaft Oschatz : „Das Finanzministerium hat den ersten Nachtrag zur Satzung der Ent- und Bewässerungsgenossenschaft Unterreußen- Amtshauptmannschaft Oschatz und Umgebung- Genossenschaft mit unbeschränkter Beitragspflicht- genehmigt. 19.Dezember 1933“ In der Gemeinde hatte man sich offensichtlich zusammengerauft und eine Genossenschaft gegründet mit dem Ziel, die Meliorationsmaßnahme doch noch mit Unterstützung einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme finanzieren zu können. Die Umwandlung der Satzung und eine Delegation des Arbeitslager Strehla beim Weiheakt der „Hitlerlinde“ lassen darauf schließen. Es war aber nicht die einzige Aufgabe die die Bauern im Dorf noch zu bewältigen hatten. Die wichtigste Aufgabe, wieder zu Wohlstand zu gelangen war die Versorgung der Bevölkerung. Am 13.Sept. wurde durch die NSDAP der „Reichsnährstand“ gegründet. In ihm waren alle Personen per Zwangsmitgliedschaft organisiert, die an der Erzeugung und dem Absatz agrarischer Produkte beteiligt waren. Der Hintergrund war die geplante Osterweiterung. Die „Volk ohne Raum“ Parole war noch immer präsent. Es war aber nicht für alle Bauern das Zwangssystem. Auch unter der Landbevölkerung gab es Anhänger aller politischen Richtungen. Auch im Dorf gab es Anhänger der NSDAP, des Stahlhelms, der Weimarer Republik, Kaisertreue, Kommunisten und Sozialisten. Unter Bauern  aller politischen Richtungen gab es durch die erhebliche Modernisierung der Technik und weitgehenden Unterstützungen eine nie dagewesene Aufbruchstimmung. Ein paar Jahre später wurde schon Klartext gesprochen, man musste gerüstet sein für die Erzeugerschlacht zur Kriegsvorbereitung. Mit dem Reichserbhofgesetz mussten die Bauern ihre arische Abstammung nachweisen, um als Erbhof zu gelten und einer möglichen Enteignung zu entgehen.  

1934 Die Elektrofirma Fritz Ranft aus Gröba hat am 2. Februar ein Angebot von ~500 RM für das Material der Ortsbeleuchtung abgegeben. Da es sich schon konkret um das Material handelt, kann man davon ausgehen, dass die Beleuchtung auch gebaut wurde. Es gab keine weiteren Unterlagen dazu. 

1935 Der Kommunikationsweg von Oppitzsch über Unterreußen nach Großrügeln wird zur Landstraße II. Ordnung erhoben. Mit dieser Aussage geht die Ausführung der Instandsetzungsarbeiten in die Verantwortung der Straßenmeisterei der Amtshauptmannschaft über. Der Grund: die Gemeinde war mit den 4,4 km Wegeinstandsetzung finanziell und arbeitstechnisch überfordert, was sich schon seit Jahrzehnten abzeichnete. Im Sommer 1935 endete die Dokumentation der „Wegesachen“. Durch die geheimen Kriegsvorbereitungen, mit Einschüchterungen und teilweise auch Terror, ging die Selbstverwaltung der Gemeinde immer mehr in die Regie der NSDAP über, die im Sinne des „Führerprinzips“ die Bürgermeister einsetzte.

1936 Leider ist kein Dokument auffindbar, welches auf den Bau des Abwasserkanals von Reußen hinweist. Es werden hoffentlich die genaueren Zusammenhängen der mündlichen Überlieferung vom Bau der Dorfschleuse durch den Arbeitsdienst, Stichwörtern wie Bürgermeisterkanal und anderen Andeutungen geklärt werden können.  Im Archiv des Wasserbauamtes Meißen 1934-1935 gibt es einen Lageplan Melioration der Zusammenlegungsgenossenschaft Unterreußen in Verbindung mit der Abwasserableitung der Gemeinde Neuoppitzsch Projekt II. Es gab also diese Genossenschaft der Bauern und Einwohner.

Vom Teich bis hinter das Dorf wurden die Rohre so verlegt, dass fast jedes Grundstück sich einbinden konnte. Die Verrohrung zwischen der Straße nach Oppitzsch und der Einfahrt zum Dorfplatz, mit den zwei eingebauten Abflüssen, bewirkte teilweise die Trocknung und Festigung der Straße. Unklar bleibt, ob es eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme oder der kasernierte Arbeitsdienst aus dem Schlossgarten in Strehla war.

Bevor der heutige „Dorfteich“ angelegt wurde, lief das Quellwasser des Bornholzes über die möglicherweise früher bewaldete Teichwiese zum Eichbusch bis in den Sumpfrücken und machte das Land zum nassen, sumpfigen Gelände. Der heute mit Eichen gesäumte „Hohlgraben“ westlich der Wiese wurde nach dem Rückbau des Weges 1838 Beginn des Entwässerung Systems im Dorf. Die alte Wegverbindung zwischen Unter- und Oberreußen konnte nur ein Knüppelweg o. ä. gewesen sein. Interessant wäre auch zu erfahren, wann genau der Damm des aufgestauten Dorfteiches oder Unterteiches (heutiger Sprachgebrauch) zur Straße ausgebaut wurde. Hier könnten die Reste der Mauerwerke des abgebrannten Vorwerkes als Unterbau für den Dammkronenweg verbaut worden sein. Auf der Karte von 1838 ist die Verbindung noch oberhalb über die heutige Teichwiese zu sehen. Die Karte von 1880 zeigt bereits die Straße auf der Dammkrone. Früher sollen im Teich die Schafe, der zum Vorwerk gehörenden Schäferei, vor dem Scheren geschwemmt/ gewaschen worden sein. Deshalb wurde im Flurnamenverzeichnis von 1850 in Reußen der Teich als Schwemmteich bezeichnet. In einer Karte der Landesvermessung Sachsen von 1938 wird aber das oberhalb, gelegene Waldgebiet, westlich vom Krake Teich und Bornholz als Schwemmteich bezeichnet. Es ist nachvollziehbar, da das Waldstück ständig unter Wasser stand. Der Busch hatte das „Schwemmwasser“ vom Berg abgefangen und über den Krake Teich und Dorfteich in das Grabensystem abgeleitet. In der Karte von 1838 wird das gleiche Gebiet aber als Schweine-Traden bezeichnet. Die Bezeichnung Trade ist wahrscheinlich dem Altdeutschen entnommen und bedeutet so viel wie von Schweinen zertretenes Land (Wildschweinsuhle). Diese Fläche könnte auf Grund ihres fast rechteckigen Aussehens der Standort der Schäferei in Oberreussen gewesen sein. Der jetzige Dorfteich wurde wie schon 80 Jahre vorher und später in DDR-Zeiten als Feuerlöschteich genutzt und zur Pflege mit Karpfen besetzt, die jährlich abgefischt wurden (siehe Abbildung). Die Pflege und Instandhaltung als Feuerlöschteich war Anfang des 1900 Jh. auch die Hauptbedingung für den Abschluss von Brandversicherungen für die Bauerngehöfte.

1937 am 10. Dezember wurde in Strehla ein neuer Brunnen für die Städtische Wasserversorgung in Betrieb genommen. Der alte Brunnen erreichte nicht mehr die benötigten Wassermengen. Die Arbeiten wurden von zwei Dresdener Brunnenbaumeistern mit drei Gehilfen ausgeführt und dauerten fast ein Jahr. Der Brunnen wurde 28 m tief ausgeschachtet und hatte oben einen Durchmesser von 4,30 m und unten von 2,75 m.

1939-1945 Über die Kriegszeit wurde, wenn überhaupt, nur im privaten Kreis gesprochen. Wie im ersten Weltkrieg erhielten die Bauernwirtschaften, deren Männer im Krieg waren, Kriegsgefangene als Arbeitskräfte zugeteilt. Anfangs waren französische Kriegsgefangene auf dem Saal der Schänke einquartiert, wurden aber später auf die Höfe verteilt. Da es sich bei vielen Bauergehöften um Erbhöfe handelte, war es für die Bauern im Krieg wichtig, wie die Erbfolge im Falle ihres Todes geregelt ist. Erst nach dem ersten Weltkrieg, mit der Gleichstellung der Frau im Wahlrecht, wurde sie als juristisch eigenständige Person anerkannt. Auch noch im Erbrecht bis zum 2. Weltkrieg gab es durch das Reichserbhofgesetz keine juristische Klarheit über das Erbrecht der Bäuerin. Ab dem 1. Oktober 1943 wurde dann geregelt, dass die „bauernfähige“ Ehefrau den „Ehegattenerbhof“ (Hof in direkter männlicher Erbfolge) durch Testament oder Bestätigung eines Anerbengerichts erben und weiterführen durfte. Der Krieg hat Reußen zumindest äußerlich verschont. Aber auch Unterreußner sind in diesem Weltkrieg verwundet, gefallen oder vermisst. Es ist der Zeit danach geschuldet, dass es für diese Gefallenen keine Gedenktafel gibt. Gefallen sind: Karl Pinkert, Walter Schmidt, Hans Hübenbecker und Hermann Kresse. Es gab fast keine Familie, die nicht in irgendeiner Weise betroffen war. Ausgebombte, Gefallene und Vermisste, bleibende körperliche und seelische Schäden, und nicht zu vergessen die Erlebnisse der Flüchtlinge aus den Ostgebieten als Folge dieses unsäglichen Krieges.

1945 bis Kriegsende   Während im Riesaer Stadtpark von der NSDAP am 20. April noch der Führergeburtstag heroisch zelebriert wurde, reagierte der „Kampfsender Riesa“, mit drei halbstündigen Sendungen auf die aktuelle Kriegslage mit Aufrufen und Befehlen. Die Sowjetarmee rückte zur Elbe vor. Mit dem Bau einer Pontonbrücke unterhalb der großen Wagenfähre wurde Strehla, wie Riesa zum Brückenkopf, um den Massen von Flüchtlingen aus Schlesien, Ostpreußen und Wehrmachtsverbänden den schnellen Übergang über die Elbe nach Westen zu sichern.

Reste der gesprengten Pontonbrücke

Es wurden aber auch über 3000 KZ-Häftlinge über diese Brücke getrieben, deren Ziel Buchenwald sein sollte. Die mit Flüchtlingen voll besetzte Pontonbrücke wurde am späten Abend des 22. April gesprengt, nach dem die russischen Truppen Lorenzkirch erreichten. In der Broschüre „Die letzten Tage des zweiten Weltkrieges in Strehla“ der Reihe „Heimatgeschichten von Strehla“ und besonders im Tagebuch des Strehlaer Rot- Kreuz- Mitarbeiters Paul Starkesind die Ereignisse beschrieben. Nach den Sprengungen der Brücken in Strehla, Gröba und Riesa vor den anrückenden russischen Truppen, haben die letzten Flüchtlingstrecks, der große Teil der Strehlaer Einwohner und Wehrmachtsverbände, die Stadt verlassen. Die Kämpfe zwischen den Russen und ein paar Resttruppen der Wehrmacht mit dem Volkssturm flammten wieder auf und richteten zum Teil große Schäden an. Für Strehla und auch Reußen war am Vormittag des 24. April, nach dem Durchzug von Kavallerie auf der Suche nach versprengten Soldaten der Wehrmacht und SS der Krieg vorbei. Die Ruhe in der Stadt war nur von kurzer Dauer. Schon am Abend des 25.5. war eine neue Pontonbrücke von den Russen über die Elbe gebaut und es kam zu Plünderungen und Vergewaltigungen durch russisches Militär in Strehla bevor es den deutschen Truppen nachsetzte. Doch auch in den nächsten Tagen folgten vereinzelt noch Flüchtlingstrecks und ständig große Truppenverbände, die in der Stadt mehr oder weniger Schäden hinterließen. Sonnabend den 28.05. trifft ein erster großer Trupp von Zwangsarbeiter ein, die von den Deutschen aus den besetzten Gebieten deportiert und nun in ihre Heimat zurückmussten. Da die Behelfsbrücke in Strehla, die einzige Brücke in diesen Tagen zwischen Torgau und Dresden war, kamen täglich mehrere Züge aus Oschatz mit Ostarbeitern in Strehla an. Zu Fuß mussten sie über die Elbe die nächste Bahnstation mit den bereitgestellten Zügen erreichen. Diese Situation, große Truppenbewegungen und Flüchtlinge von Ost nach West, Zwangsarbeiter von West nach Ost und zwischendurch noch Herden von requirierten Pferden und Rindern durchziehen die Stadt noch bis Ende Mai. Gegen die plünderten Soldaten wurde seitens der Kommandantur nichts unternommen, die angekommen Ostarbeiter allerdings mussten auf Befehl die Stadt bis 19 Uhr verlassen haben, um den Plünderungen etwas Einhalt zu gebieten. Von all diesen Nachwirkungen des Krieges für die Strehlaer, war in Reußen, bis auf die Beschlagnahme von Vieh und Getreide sowie kleineren Diebstählen, nichts zu spüren.